Stadtumbau Friedrichshain West

Zum Hintergrund

Mit dem Senatsbeschluss vom 16.08.2016 wurde das Gebiet Friedrichshain West in die Städtebauförderung aufgenommen. Voraussetzung war die Erstellung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (>> ISEK), das am 12.7.2016 vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg beschlossen wurde. Darin sind 84 Projekte aufgelistet, die der Erweiterung und Verbesserung der sozialen Infrastruktur sowie der Verbesserung der Qualität des öffentlichen Raums dienen. Für einige der vorgeschlagenen Projekte werden in den nächsten Jahren Mittel der Städtebauförderung über das Programm Stadtumbau bereitgestellt.

Zum Fördergebiet Friedrichshain West

Friedrichshain West befindet sich nördlich und südlich der Ost-West-Achse Karl-Marx-Allee und ist 2016 durch Zusammenlegung der zwei bis dahin inaktiven Stadtumbaugebiete Ostbahnhof Nord sowie Karl-Marx-Allee Nord und Süd entstanden.
Im Zentrum zwischen Strausberger Platz und Weberwiese ist das Gebiet durch neoklassizistische Bebauung der 1950er Jahre geprägt, nördlich und südlich schließt sich großformatiger Geschosswohnungsbau der 1960er und 1970er Jahre an. Im Bereich des Platzes der Vereinten Nationen befindet sich ein 25 geschossiges Turmhochhaus in Großtafelbauweise sowie der charakteristisch gekrümmte S- und U-Block. An einigen Stellen im Gebiet finden sich Fragmente der im II. Weltkrieg zerstörten gründerzeitlichen Bebauung, insbesondere zwischen der Palisaden- und der Friedenstraße.

Friedrichshain West wird wesentlich durch Wohnnutzung geprägt. Einzelhandel und Gewerbe befinden sich vermehrt im südlichen Bereich am Ostbahnhof.
Im gesamten Gebiet besteht ein Modernisierungs- und Entwicklungsbedarf bei den Einrichtungen der sozialen Infrastruktur in den Bereichen Bildung, Kultur, Jugend, Familie und hier insbesondere bei den Senior*innen. Die öffentlichen Grün- und Freiflächen sind überwiegend wenig attraktiv und bedürfen einer Um- und Neugestaltung. Die Schadstoff- sowie Lärmbelastung durch den motorisierten Verkehr stellt ein Problem im Gebiet dar und die Verkehrsbezüge zwischen den unterschiedlichen Nachbarschaften sind verbesserungswürdig. Darüber hinaus gibt es städtebauliche Defizite, zum Beispiel beim Einzelhandelsstandort am Ostbahnhof.

Informationen zum Gebiet finden Sie auch auf der Webseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen: >> http://www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/foerderprogramme/stadtumbau/Friedrichshain-West.7607.0.html

Laufende Projekte

Außenanlage des Kita- und Familienzentrums "Menschenskinder", Fürstenwalder Str. 30
Derzeit wird das Gebäude in der Fürstenwalder Straße 30 umfassend saniert. Künftig wird dort neben einer Kita auch ein Familienzentrum untergebracht sein. Nach Beendigung der Gebäudesanierung wird noch in diesem Jahr mit der Neugestaltung der Außenanlagen begonnen, für die der Stadtumbau Mittel bereitstellt. Dazu ist zum Teil eine Tiefenenttrümmerung des Geländes notwendig, da sich noch ungenügend verfüllte Kellergeschosse der ehemaligen Bebauung im Untergrund befinden. Die Umgestaltung erfolgt in enger Abstimmung mit dem Kitaträger, Nutzern und Interessierten.

Städtebauliche Konzeption für den Bereich nördlich des Ostbahnhofs
Neben dem ehemaligen Kaufhaus am Ostbahnhof befinden sich große Parkplatz- und Grünflächen, die wenig ansprechend gestaltet sind. Hier soll untersucht werden, inwieweit in diesem Bereich dringend benötigte soziale Infrastruktur wie eine Schule und ein Familienzentrum untergebracht werden können. Im Herbst soll auf einer öffentlichen Veranstaltung der Zwischenstand der städtebaulichen Untersuchung in Varianten dargestellt und diskutiert werden.

Brunnenanlage und Grünfläche Karl-Marx-Allee 70
Seit vielen Jahren liegt die Brunnenanlage in der Karl-Marx-Allee 70 brach. Nun soll bald wieder Wasser fließen und die umgebende Grünfläche attraktiver werden. In Kooperation mit den Berliner Wasserbetrieben und mit Beteiligung der Bewohnerschaft soll die Planung des neuen Brunnens und der Grünanlage erfolgen.

Machbarkeitsstudien für Schulstandorte
Berlin wächst und auch im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nimmt die Zahl der Kinder zu. Die Entwicklung der Schulen und die Schaffung neuer Schulplätze hat daher höchste Priorität. Für die Schulstandorte Singer-/Andreasstraße, Frieden-/Palisadenstraße sowie für die Schule am Königstor und die Ellen-Key-Schule werden im Rahmen von Machbarkeitsstudien Erweiterungsmöglichkeiten und Sanierungsbedarfe ermittelt.

Stadtumbaubeauftragter für Friedrichshain West ist seit Juli 2017 die Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG, an die Sie sich mit Fragen und Anregungen wenden können.

Kerstin Jahnke | T. 885 914-53 | k.jahnke[ett]planergemeinschaft.de